Bereits vor 500 Jahren schrieb Biringuccios über die Gießkunst
im Allgemeinen und über die Arbeitsstätten der Gießer
folgendes:
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Die
ganze Gießkunst ist nicht mit wenigen Worten zu
schildern, wenn ich aber sage, daß deren Arbeiten vom
Anfang bis zum Ende die größten geistigen und
körperlichen Anstrengungen erfordern, läßt sich der
Umfang erahnen.Da diese Arbeit aber Spannung und
Erwartung hervorruft infolge der Großartigkeit ihrer
sehnlichtst erwarteten
Werke, so erträgt der Künstler allerdings diese Mühe mit
Geduld, zumal er sieht, daß alle Menschen, selbst die
ungebildeten, die Gießkunst so lieben und schätzen, daß
sie gleichsam wie bestrickt nicht von den Arbeitsstätten
der Gießer gehen
können. |
Aber auch Schwierigkeiten und Plagen
erwarten den Giesser. Zum Beispiel muß man im Sommer außer der
grossen Sommerhitze auch die fürchterliche, andauernde Glut
der riesigen Feuer ertragen, die man bei dieser Kunst
anwendet, und ebenso im Winter die Nässe und die unangenehme
starke Kälte des Wassers neben der unerträglichen
Winterkälte.
Wer diese Kunst ausüben will, darf
außerdem weder von Natur aus oder durch Alter oder Krankheit
geschwächt sein, sondern muß kräftig und gesund sein, damit
er, wie das fast immer nötig ist, mit schweren und durch ihr
Gewicht unhandlichen Massen umgehen kann. Dazu kommt , daß die
schwere und langwierige Arbeit gewaltige körperliche
Anstrengungen erfordert, wodurch die Gießkunst sehr schädlich
auf den Körper wirkt. Außerdem birgt diese mannigfaltige
Gefahren, sie hält den Geist des Künstlers immer in Furcht vor
dem Mißlingen und macht ihn faßt dauernd verwirrt und
ängstlich. Im Grunde genommen ist die Gießkunst aber doch eine
sehr nützliche, geistvolle und zum größten Teil ergötzliche
Kunst.
FAZIT :Die Gießereikunst hat sich die letzten 500 Jahre nicht wesentlich verändert! |